Womit befasst sich die Oralchirurgie?

Die orale (zahnärztliche) Chirurgie umfasst die chirurgische Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen rund um Ihre Zähne. Dazu gehören selbstverständlich auch Probleme mit der Mundschleimhaut und dem Zahnhalteapparat.

Ein wichtiges Ziel der Behandlungen ist vor allem die Erhaltung der wertvollen natürlichen Zähne. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, gehört auch die Zahnentfernung zu den Aufgaben der zahnärztlichen Chirurgie.

Weisheitszähne und komplizierte Zahnentfernungen

Nicht immer ist die Entfernung eines Weisheitszahnes notwendig. Ist aber eine regelgerechte Einordnung und Funktion des Zahnes in der Zahnreihe nicht gegeben, ist kein oder nur ein unvollständiger Durchbruch des Zahnes in die Mundhöhle erfolgt und kommt es zu einer ernsthaften Entzündung, Zystenbildung oder Schädigung der Nachbarzähne durch den Weisheitszahn, dann seine Entfernung sinnvoll.

Auch bei einem Missverhältnis zwischen Anzahl und Größe der Zähne und der Kiefergröße ist es zuweilen im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung notwendig, Weisheitszähne oder andere bleibende Zähne vor ihrem Durchbruch zu entfernen, damit für die verbleibenden Zähne ausreichend Platz vorhanden ist.

Zahnentfernungen bei Risikopatienten

Eine Zahnentfernung kann durch eine allgemeinmedizinische Problematik ein nicht zu unterschätzendes Risiko sein. Dazu gehören Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen, mit angeborenen (z. B. Hämophilie A/B) oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen (Falithrom®, Marcumar®), Patienten mit angeborener oder erworbener Immunschwäche und Patienten mit einer Tumorerkrankung. Vor, während und nach der Behandlung solch schwerwiegender Allgemeinerkrankungen ist es notwendig, eine fachgerechte Sanierung der Zähne durchzuführen, um späteren schweren Komplikationen vorzubeugen, die durch kariöse oder zerstörte Zähne entstehen können.

Auch Patienten, die „nur“ Medikamente zur Behandlung einer Osteoporose bekommen, sollten eine Zahnentfernung nur beim Spezialisten für Oral- und MKG-Chirurgie vornehmen lassen.

Wurzelspitzenresektion

Wenn ein Zahn abstirbt, führt der Zahnarzt zumeist eine Wurzelbehandlung durch, um den Zahn zu erhalten. In einigen Fällen ist eine solche Behandlung nicht erfolgreich. Es kommt dann zu erneuten akuten oder chronischen Beschwerden oder zu einer unbemerkten Zystenbildung im Bereich der Wurzelspitze. In diesem Fall kann als letzter Versuch zur Zahnerhaltung eine Wurzelspitzenresektion (Wurzel-Amputation) mit der Zielsetzung durchgeführt werden, den nicht mehr behandelbaren, entzündungstragenden Wurzelanteil zu entfernen. Damit kann eine Ausheilung der Entzündung erreicht werden und der betroffene Zahn längerfristig erhalten bleiben.

Präprothetische Chirurgie

Unter dem Begriff der präprothetischen Chirurgie werden verschiedene operative Maßnahmen zusammengefasst. Dazu gehört beispielsweise das Abtragen von störenden Knochenvorsprüngen und Weichgewebsüberschüssen, die den richtigen Halt eines Zahnersatzes behindern und Prothesendruckstellen hervorrufen.

Auch Schleimhaut- und Muskelbänder, die bis an den Prothesenrand einstrahlen und den Halt der Prothese stören, können mit Mundvorhof- oder Mundbodenplastiken behandelt werden.

All diese Maßnahmen haben das Ziel, eine prothetische Versorgung verbessern und langfristig zu erhalten oder sogar erst zu ermöglichen. Im Einzelfall können auch Implantate oder Wurzelspitzenresektionen dazugerechnet werden.

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